Liebes Publikum,
grandios Scheitern ist auch was Schönes.
Vor über 30 Jahren versuchte der beliebte Schauspieler-Darsteller Klaus Kinski sein selbst hingeschriebenes Werk „Jesus Christus Erlöser“ in ausverkaufter Halle zu Gehör zu bringen.
Hat nicht ganz geklappt.
Die von ihm engagierten Kameraleute konnten nur ein tumultartiges Happening aufzeichnen, denn die damals noch sehr obrigkeitskritische Öffentlichkeit ließ sich ungern metaphysisch belehren.
Auch nicht von Kinski.
Der war, was man so einen eigenwilligen Künstler nennt.
So eigenwillig, dass man auch nur schwer verstand, was er eigentlich wollte.
Außer Liebe. Dass er die brauchte, hat er nämlich später auch in sein Buch geschrieben.
Man kann nicht umhin ihn zu mögen, auch wenn er zahlreichen Epigonen zum Vorbild für ihre Haupsache-irgendwie-wild- und- extrem-Veranstaltungen gedient hat.
Solche selbst ernannten Nachfolger wie Ben Becker, Andre Eisermann u. a. machen einem eher Sorgen, und man hätte ihnen gewünscht, dass es keinen Markt für die Ausstellung ihrer sorgfältig gepflegten Exzentrik gäbe, damit sie sich all das Koks nicht mehr leisten könnten, das ihre an sich liebenswürdigen Gemüter zerrüttet.
„JESUS CHRISUS ERLÖSER“ ist ein interessanter Abend- nicht nur für Albernheits-Voyeure oder Theaterfreunde...Er ist ein Dokument der Rezeptionsgeschichte.
Seinerzeit wurde man für einen energisch wirren Auftritt schneller als Faschist bezeichnet als heute für anderthalb zutreffende Analysen als Linker.
Da war richtig was los damals.
Schauen sie sich das an!
Und
TÖDLICHE ENTSCHEIDUNG von Sydney Lumet, falls Sie noch nicht drinnen waren.
Zwei Lehrstücke in Sachen Tragik.
Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Monopolisten
Ausschnitte aus Jesus Christus Erlöser sehen Sie auch in unserem Monopolnews Piloten. Im Arena, Monopol, auf unserer Homepage und auf
YouTube .